Über uns

Die Schwingervereinigung OBERAARGAU verbindet die Oberaargauer Schwingerveteranen und Schwingerfreunde (ehemals Schwingerveteranen Oberaargau). Sie wurde 1950 gegründet.  

Schwingerveteranen und Schwingerfreunde 

 

Stand: Januar 2024 

 

Die «Gruppe Oberaargau der Eidgenössischen Schwinger-Veteranenschaft» wurde anno 1950, vor bald 75 Jahren, gegründet. Im Lauf der Zeit folgte die Umbenennung in «Schwingerveteranen Oberaargau». Seit einigen Jahren wird nun der Name «Schwingervereinigung Oberaargau» verwendet – dies mit dem Zusatz «Die Vereinigung der Oberaargauer Schwingerveteranen und Schwingerfreunde». Diese Bezeichnung repräsentiert bestens den bereits bei der Gründung festgeschriebenen Mitgliederkreis. Dieser umfasst ab 40-jährige ehemalige Aktivschwinger sowie Unterstützer des Schwingens im Oberaargau.

 

«Unbescholtener Ruf» als Kriterium

Die Eidgenössische Schwingerveteranen-Vereinigung wurde 1936 in Zürich gegründet; sie ist unabhängig vom Eidgenössischen Schwingerverband. In unserem Verbandsgebiet beauftragte die Hauptversammlung des Oberaargauischen Schwingerverbandes im Dezember 1949 in Herzogenbuchsee die beiden Ehrenmitglieder Willy Guldenfels und Dr. Fritz Schiller mit der Bildung einer Veteranengruppe. Die beiden scharten einige Gleichgesinnte um sich, erledigten die Vorarbeiten und kamen nach regen Diskussionen überein, sich eng an die Satzungen des Eidgenössischen Veteranenverbandes anzulehnen.

Am 19. November 1950 fand die Gründungsversammlung im Restaurant Hirschen in Langenthal statt. Der erste Obmann, Willy Guldenfels, konnte 24 Mitglieder begrüssen. Sie stimmten den vorgeschlagenen Satzungen zu; diese umfassten sechs Ziffern und hatten auf einer Seite Platz.

Gemäss dem Dokument bezweckt die Gruppe die Hebung und Förderung unserer nationalen Spiele, insbesondere das Schwingen, sowie die Pflege der Kameradschaft. Aufgenommen werden kann, wer aktiv geschwungen hat, dem oberaargauischen Verband durch langjährige Treue gedient oder sich anderweitig um die Schwingerei verdient gemacht hat, einen unbescholtenen Ruf geniesst und das 40. Altersjahr erreicht hat. Jährlich findet, so heisst es unter anderem weiter, eine Zusammenkunft statt, an der die laufenden Geschäfte erledigt werden.

Die Satzungen waren so gut durchdacht, dass sie nach wie vor Bestand haben. 2025, zum 75-Jahr-Jubiläum der Schwingervereinigung Oberaargau, sollen sie erstmals angepasst werden – namentlich auch, um der Umbenennung Rechnung zu tragen. Unsere Vereinigung gehört direkt der Eidgenössischen Schwingerveteranen-Vereinigung an und ist von anderen Organisationen unabhängig.

 

Feste, Tagung und Jass

Die Mitglieder der Vereinigung treffen sich regelmässig an Schwingfesten, an denen die Gänge fachmännisch diskutiert werden, sowie jährlich zu zwei eigenen Anlässen: der Jahrestagung, zu der sich jeweils bis zu einem Drittel der Mitglieder einfinden, und dem Schwingerjass Oberaargau, der 2006 erstmals ausgetragen wurde und sich steigender Beliebtheit erfreut. Beide Anlässe finden Anfang Jahr statt.

Die Jahrestagung wird im Turnus in den Gebieten der sieben Oberaargauer Schwingklubs abgehalten. Die Organisation und Durchführung obliegt der Obmannschaft der Vereinigung. In Absprache mit den örtlichen Schwingklubs wird ein schwingerfreundliches Lokal ausgewählt. Die Obmannschaft sowie Vertreter des Oberaargauischen Schwingerverbandes und der Schwingklubs orientieren die Veteranen über das aktuelle Geschehen. Die Tagung wird jeweils mit Örgelimusik und Jodelliedern durch unsere Mitglieder bereichert.

Zur Deckung der Verwaltungskosten, der Anschaffung von Ehrengaben für das Oberaargauische sowie für das Bernisch-Kantonale Schwingfest, sofern es im Oberaargau stattfindet, und für das «Zvieri» an der Jahrestagung wird ein Jahresbeitrag erhoben. Dieser wurde seit der Gründung von 2 auf 15 Franken angehoben und darf nach wie vor als moderat bezeichnet werden.

 

Tradition und Moderne

Die Obmannschaft besteht aus dem Obmann, dem Schryber (früher Schriftführer) und dem Säckelmeister. Der jährliche Rechnungsabschluss wird vom Revisor geprüft. Die vier Männer werden jeweils für eine Amtsdauer von drei Jahren gewählt.

Die Schwingervereinigung vereint gelebte Tradition mit moderneren Entwicklungen. So betreibt sie eine gut ausgebaute Internetseite und ist in den sozialen Medien auf YouTube und Instagram präsent. 

 

Oberaargauer in eidg. Obmannschaft

Die alle drei Jahre stattfindenden Tagungen der Eidgenössischen Schwingerveteranen-Vereinigung werden jeweils von einer stattlichen Anzahl Mitglieder aus dem Oberaargau besucht. Die ehemaligen Aktiven treffen so auf Schwingerfreunde, mit denen sie sich vor Jahrzehnten im Sägemehl gemessen haben. Sie pflegen gleichzeitig die Kameradschaft über den eigenen Verband hinaus und sind über Geschehnisse aus erster Hand orientiert. An der Tagung 2023 wurde mit Otto A. Seeholzer erstmals überhaupt ein Oberaargauer in die eidgenössische Veteranen-Obmannschaft gewählt – 87 Jahre nach der Gründung.

 

Von 24 auf 180 Mitglieder

Die Mitgliederzahl unserer Vereinigung konnte im Lauf der Jahre kontinuierlich gesteigert werden. Sie ist von den 24 Gründungsmitgliedern auf zuletzt 180 Mitglieder angewachsen. 

Zu ihnen zählen auch zwei Schwinger, die eidgenössische Anlässe gewonnen haben: Silvio Rüfenacht das «Eidgenössische» 1992 in Olten sowie Niklaus Gasser das Unspunnen-Schwinget 1987 und den Kilchberger Schwinget 1996. Zudem gewann Peter Gasser den Unspunnen 1968, der damals allerdings noch nicht als Fest mit «eidgenössischem Charakter» galt.

Etliche Mitglieder der Schwingervereinigung waren 1983 am legendären «Eidgenössischen» in Langenthal als Aktive, Organisatoren oder Helfer im Einsatz, ebenso wie an zahlreichen weiteren Festen.

Leider müssen sich unsere Mitglieder immer wieder von verstorbenen Kameraden verabschieden. Erfährt die Obmannschaft von einem Todesfall, nimmt sie an der Trauerfeier teil und trägt zum Grabschmuck bei.

 

Die Gründeridee lebt

Die Grundidee der Gründerväter unserer Vereinigung konnte bis heute beibehalten werden: Die Kameradschaft wird wie damals auch heute in vorbildlicher Art gepflegt und hochgehalten – ein Wert, dem gerade in der heutigen Zeit eine besonders wichtige Bedeutung zukommt. 

 

Stefan Kaspar, Schryber

Satzungen der Gruppe Oberaargau der eidgenössischen Schwinger-Veteranenschaft

(Abschrift von 1950)  

1.    Zweck:
Die Gruppe Oberaargau der eidg. Schwinger-Veteranenschaft bezweckt die Hebung und Förderung unserer nationalen Spiele im allgemeinen und Unterstützung des Schwingens im besondern durch Beistand zur aktiven Schwingerschaft mit Rat und Tat, sodann Pflege der Kameradschaft.

2.    Mitgliedschaft:
Wer aktiv geschwungen hat oder dem oberaarg. Verband durch langjährige Treue gedient oder sich anderweitig um die Schwingerei verdient gemacht hat und einen unbescholtenen Ruf geniesst, kann nach Erreichen des 40. Altersjahrs in die Gruppe Oberaargau der eidg. Schwinger-Veteranenschaft aufgenommen werden.

3.    Organisation:
Jährlich findet eine Zusammenkunft statt, die die laufenden Geschäfte erledigt und der Pflege der Kameradschaft gewidmet ist.

4.    Finanzen:
Zur Deckung der Verwaltungskosten, Anschaffung einer Ehrengabe für das oberaarg.. Verbandsfest etc. wird ein Jahresbeitrag von Fr. 2.— erhoben.

5.    Obmannschaft:
Dieselbe besteht aus Obmann, dem Schriftführer und dem Säckelmeister. Die Obmannschaft wird für eine Amtsdauer von 3 Jahren gewählt.

6.    Schlussbestimmung:
Allfällige Aenderungen dieser Satzungen können an der Hauptversammlung auf vorherigen Antrag beschlossen werden.

Obige Satzungen sind an der Gründungsversammlung vom 19. November 1950 angenommen und mit sofortiger Wirkung in Kraft erklärt worden.

 

Im Namen der eidg. Schwinger-Veteranenschaft, Gruppe Oberaargau

Der Obmann:                   Der Schriftenführer:

sig. W. Guldenfels           Dr. F. Schiller


Unser Logo — mit dem exklusiven Linkskurz

Unser Logo zeigt Niklaus Gasser gegen den der Ostschweizer Markus Thomi am Unspunnen-Fest 1987, das Chlöisu mit Linkskurz gewann. Weil dieser auf die andere Seite eines «normalen» Kurzschwungs gezogen wurde, hatten viele Schwinger kein Rezept dagegen. Es war der fünfte Gang, und mit einem «Zähni» erreichte Niklaus den Schlussgang.

Im Schwinger-Jahrbuch 1987 des ESV brachte es dieser Schwung auf die Titelseite, und die Brienzerwiler Holzbildhauerei Heinz Schild schnitzte damit Holzfiguren, die als Preise für die Schwinger abgegeben wurden.

   Auf Anfrage von Otto A. Seeholzer stellte Heinz Schild das Sujet dem Schwingklub Kirchberg zur Verfügung, dessen bisheriges Logo veraltet war. 1989 zierte das neue Logo erstmals die Klub-Trainerjacke. 

   Als Otto 1994 OSV-Präsident wurde, konnte er das Logo von Niklaus auf den Verband übertragen. Seine Idee war es, durchgehend mit einem wiedererkennbaren Festlogo im Oberaargau aufzutreten. Das Festplakat, das der OSV den Festveranstaltern jeweils zur Verfügung stellt, wurde so mit dem Unspunnen-Sujet von Gasser und Thomi neu gestaltet. Jeder Schwinger und Schwingerfreud weiss heute beim Anblick des Plakats, dass es sich um ein Fest im Oberaargau handelt. Man muss nur noch Ort und Datum lesen. 

   Später wurde das Logo auch für unsere Schwingervereinigung übernommen.
(oase/sk)